„Nationales Roaming im kommenden 5G-Netz – ja, aber fair!“

 

Die laufende Versteigerung von 5G-Frequenzen ist eines der wichtigsten Themen für die digitale Zukunft unserer Gesellschaft. Während dieses Ereignis von vielen Medienschaffenden zum Anlass genommen wird, den Ablauf der mehrstufigen Versteigerung und die Möglichkeiten des neuen Mobilfunkstandards 5G zu erklären, stellen sich auch Fragen, die darüber hinausgehen. Michael Pickhardt, Experte für digitale Kommunikation, sieht als ’next big thing‘ rund um das Thema 5G die Diskussion um ein nationales Roaming wiederaufflammen. Er begrüßt diese Entwicklung, verbindet eine mögliche Einführung jedoch mit einem Appell an Entscheider und Vermittler aus Wirtschaft und Politik, die Fairness bei dem dann entstehenden Wettbewerb zu gewährleisten.

Bei einem nationalen Roaming können sich Mobilfunkgeräte automatisch in das beste verfügbare Netz einwählen, das am jeweiligen Standort des Nutzers zu haben ist – ein technisches Szenario, das beispielsweise für dünner besiedelte Regionen von großem Interesse ist. Im vergangenen Jahr kamen zu diesem Thema von Seiten des Bundesverkehrsministeriums und der Bundesnetzagentur Bedenken auf, dass ein verpflichtendes nationales Roaming den Wettbewerb erdrücken würde. Statt „Reinregulieren“ setze man eher auf eine „Vermittler- und Schiedsrichterrolle“, während die Netzbetreiber und Mobilfunk-Unternehmen bieten und verhandeln. Die großen Netzbetreiber kommunizierten, dass man zu Kooperationen und zum Teilen bereit sei, auch bei einem nationalen Roaming – allerdings immer auf freiwilliger Basis.

Im Zuge dieser kontroversen Diskussion gibt es eine entscheidende Herausforderung, die es zu meistern gilt. Als Experte für digitale Kommunikation erläutert Michael Pickhardt: „Technisch und kaufmännisch ist nationales Roaming sicher lösbar. Aber ich denke auch an diejenigen Anbieter, die schon heute massiv in den Ausbau der Flächeninfrastruktur investiert haben und diese Infrastruktur auch für 5G nutzen werden. Sie laufen Gefahr, nun „Steigbügelhalter“ für Wettbewerber zu werden, die bisher wenig oder nichts für diese Infrastruktur getan haben.“ Die Konsequenz aus dieser Beobachtung des Marktes liegt für Michael Pickhardt auf der Hand: „Falls ein nationales Roaming beschlossen und eingeführt wird, müsste diesem Unterschied unbedingt Rechnung getragen werden. Nur so ist eine echte Fairness im marktwirtschaftlichen Wettbewerb sichergestellt.“ Dass das Thema im Zuge der 5G-Versteigerungen mit Sicherheit wiederaufkommen wird, begrüßt Michael Pickhardt ausdrücklich: „Ich halte es für sehr wichtig und dringlich, die Diskussion über nationales Roaming – sei es nun verpflichtend oder freiwillig – mit allen Beteiligten am Tisch weiterzuführen und zu einer fairen Lösung zu bringen, die aus meiner Sicht für alle, vom Mobilfunk-Unternehmen bis zum Endverbraucher, eine Win-Win-Situation sein kann.“