LTE Router | 4G Router - Ein kurzer Einblick in LTE
Long Term Evolution ist das Funknetz der nächsten Generation.
Zu unser aller Verwirrung kursieren weitere Begriffe wie High Speed OFDM Packet Access (HSOPA), E-UTRAN (Evolved UMTS Terrestrial Radio Access Network, dies ist das Radionetzwerk für LTE) Super 3G oder 3.9G/4G (4G = LTE Advanced, bis zu 1GB/s).
Vorteile von LTE für den Anwender
- 10-fache Geschwindigkeit gegenüber HSPA bei Datenübertragungen
- bis zu 100Mbit/s Download/Downlink
- bis zu 50Mbit/s Upload/Uplink
- 10 bis 20 mal schnellerer Verbindungsaufbau als HSPA
- bessere Energieeffizienz der Endgeräte
- komplett IP-basierende Umgebung
- Koexistenz und Zusammenarbeit mit GSM/GPRS/EDGE, UMTS/HSPA/HSPA+
- ermöglicht zeitkritischen Anwendungen (z.B. IP-Telefonie, Videoübertragung, HDTV)
Im Folgenden ein Versuch LTE so »untechnisch« wie möglich vorzustellen

LTE besitzt im Vergleich zu UMTS ein rein IP basierendes, das heißt ein paketvermittelndes Kernnetz. Einzig der SMS-Dienst wird nach wie vor über Signalisierungsnachrichten abgewickelt.
Die Datenübermittlung erfolgt bei LTE nicht über einen einzigen sehr breiten Übertragungskanal (5MHz bei UMTS) sondern über viele schmale Frequenzbänder. Damit ist die Übertragungsrate einfach skalierbar und kann dem Datenaufkommen noch während einer Verbindung angepasst werden.
Long Term Evolution ist primär für die Datenübertragung gedacht. Auch wenn es durchaus möglich ist via Voice over IP (VoIP) zu telefonieren, so ist es fraglich, ob dieser Dienst in großem Umfang angenommen wird. Die mobilen GSM und UMTS Netze werden mittelfristig nicht eingestellt und übernehmen weiterhin den Sprachdienst. Der LTE Nutzer hat damit die Sicherheit, dass ihm auch bei verstärkter Nachfrage des Sprachdienstes die Bandbreite nicht beschnitten wird. Dieses Phänomen tritt bisher beispielsweise häufig bei Großveranstaltungen, an Tagen wie Sylvester oder zu Stoßzeiten in Ballungsgebieten auf.
LTE bietet hohe Datenübertragungsraten von bis zu 100-150 Mbit/s im Download und bis zu 50-75 Mbit/s im Upload. Der Schlüssel dazu sind OFDM Techniken (Orthogonal-Frequency-Division-Multiplexing), mit einer dynamisch Zuweisung der aktuell besten Resourcen, sowie die Antennentechnologie MIMO (Multiple-Input-Multiple-Output), die mehrere Sende- und Empfangsantennen nutzt.
Mit SC-FDMA (Single Carrier-Frequency Division Multiple Access) für den Uplink, wird ein OFDMA ähnliches Verfahren eingesetzt, das sich durch eine geringere Peak-to-Average-Power-Ratio (PAPR) auszeichnet. Durch PAPR wird eine bessere Balance zwischen Leistungsaufnahme und maximaler Datenrate erreicht, wodurch der Energieverbrauch der Endgeräte gesenkt wird.
Zusätzlich verkürzt sich auf Grund einer vereinfachten Netzarchitektur die Latenzzeit (Durchgangszeit von Signalen) erheblich. Wobei Latenzzeiten von unter 10 Millisekunden erreicht werden. Das erlaubt eine »flüssigere« Datenübertragung, was sich speziell bei zeitkritischen Anwendungen wie zum Beispiel IP-Telefonie oder Videoübertragung bemerkbar macht.
Maximale Geschwindigkeiten im Vergleich
| |
Download/Downlink |
Upload/Uplink |
| LTE-Netz |
100 MBit/s |
50 MBit/s |
| UMTS-Netz mit HSPA+ |
28 MBit/s |
11,5 MBit/s |
| UMTS-Netz mit HSDPA & HSUPA |
7,2 MBit/s |
5,76 MBit/s |
| UMTS-Netz |
384 kBit/s |
128 kBit/s |
| GSM-Netz mit EDGE |
220 kBit/s |
110 kBit/s |
Bei der Entwicklung von Long Term Evolution hat das 3rd Generation Partnership Projekt (3GPP) nicht nur auf die neue Funktechnik E-UTRAN gesetzt, sondern auch die Architektur des Kernnetzes EPC (Evolved Packet Core) optimiert um bessere Latenzzeiten zu erreichen. Dazu wurden die Netzelemente reduziert und mehr Intelligenz in die Basisstation, genannt eNodeB, verlagert.
In einer Basisstation sind sämtliche funkspezifischen Funktionen integriert. Wurde bei UMTS die Basisstation (NodeB) noch durch den Radio Network Controller (RNC) gesteuert, übernimmt diese Aufgabe jetzt der eNodeB selbst. Die Basisstationen können direkt miteinander kommunizieren, was zum Beispiel bei der Übergabe eines Mobiltelefons an einen benachbarten eNodeB notwendig ist. Technisch gesehen agiert der eNodeB als physikalische Brücke zwischen dem User Equipment (UE), also dem mobilen Endgerät und dem LTE Kernnetz – EPC.

Gegenüberstellung der Netzarchitekturen
Die Benutzerverwaltung bei LTE bleibt weiter in zentraler Hand. Das dafür zuständige Netzelement wird als Mobility Management Entity (MME) bezeichnet und stellt das wichtigste Steuerungselement im LTE Kernnetz dar. Die MME übernimmt dieselben Aufgaben, die bisher der Serving GPRS Support Node (SGSN) inne hatte.
Im Gegensatz dazu ist die MME nicht für die Übertragung der Nutzdaten zuständig, wodurch ein weiteres Netzelement auf dem Weg der Datenübertragung eingespart wird.
Meldet sich ein Mobilfunk Teilnehmer mit seinem Endgerät am Netz an, greift die zuständige MME auf die Teilnehmerdatenbank, den Home Subscriber Server (HSS) zu, führt die Authentifizierung durch und weist dem Nutzer einem Serving Gateway (S-GW) zu.
Das S-GW (Serving-Gateway) übernimmt die Weiterleitung der Nutzdaten von den Basisstationen (eNodeB) zum PDN-Gateway (Packet Data Network).
Die dritte Netzwerk Komponente des Kernnetzes ist das PDN-Gateway (P-GW). Es bildet die Komponente für den Übergang zum Internet oder auch zu einem Firmen Netz. Zudem ist das Gateway für die Vergabe der IP-Adressen an die Endgeräte zuständig.
LTE benutzt wie GSM und UMTS eine gemeinsame Teilnehmerdatenbank, bisher unter der Bezeichnung Home Location Register (HLR) bekannt. Für LTE wurde die Datenbank auf HSS (Home Subscriber Server) umgetauft. Für den Informationsaustausch zum HSS wird, wie bei LTE allgemein üblich, ein IP basierendes Protokoll verwendet. Eine gemeinsame Nutzung des HLR/HSS ist notwendig, um den nahtlosen Übergang zwischen den Funknetztechnologien zu gewährleisten.
TDT Produkte mit LTE Unterstützung
Die Router-Serien C1500, C1550 und C2000 werden in Kürze mit LTE ausgestattet.
Bei dem Router C2000 sind bis zu 5 LTE Modems in einem Gerät möglich. Es ist auch möglich unsere Systeme
M3000 und
G5000 mit LTE auszustatten.
Auf Grund der hohen Bandbreite sind die LTE Router unter anderem optimal als Zugangs-Router mit professionellem Anspruch geeignet.
Durch Long Term Evolution ist es jetzt auch möglich mit dem »Connection Manager« breitbandige Ersatzwege (Backup) via Funkanbindung zu schalten.
Auch Fremdsysteme oder PCs können mittels des neuen, von TDT entwickelten, PCI Boards mit LTE erweitert werden.
Glossar
| Abkürzung |
Bedeutung |
| 3GPP |
3rd Generation Partnership Projekt (Kooperation von Standardisierungsgremien, u.a. von LTE) |
| CS |
Circuit Switched (Fallback, Sprachübertragung via GSM/UMTS) |
| DFTS-OFDMA |
discrete Fourier transform spread-OFDM (entspricht SC-FDMA) |
| EDGE |
Enhanced Data Rates for GSM Evolution |
| eNodeB |
Evolved NodeB (Basisstation bei LTE) |
| E-UTRAN |
Evolved UTRAN (LTE Funk-/Radionetz) |
| EPC |
Evolved Packet Core (das LTE Kernnetz) |
| EPS |
Evolved Packet System (entspricht EPC) |
| GGSN |
Gateway GPRS Support Node |
| GSM |
Global System for Mobile Communications (früher Groupe Spécial Mobile) |
| HLR |
Home Location Register |
| HSPA |
High Speed Packet Access |
| HSOPA |
High Speed OFDM Packet Access |
| HSS |
Home Subscription Server |
| IMS |
IP Multimedia Subsystem (IP basierte Sprachübertragung) |
| IP |
Internet Protocol |
| LTE |
Long Term Evolution |
| MIMO |
Multiple-Input-Multiple-Output |
| MME |
Mobility Management Entity |
| NodeB |
Basisstation im UTRAN (Basisstation bei UMTS/HSPA) |
| OFDM |
Orthogonal Frequency-Division Multiplexing |
| OFDMA |
Orthogonal Frequency-Division Multiplexing Access |
| PAPR |
Peak-to-Average-Power-Ratio |
| PAR |
Peak-to-Average-Ratio (entspricht PAPR) |
| PDN-GW |
entspricht P-GW |
| P-GW |
Packet Data Network Gateway |
| RNC |
Radio Network Controler |
| SAE |
System Architecture Evolution |
| SAE-GW |
System Architecture Evolution Gateway (umfasst S-GW und P-GW |
| SC-FDMA |
Single Carrier-Frequency Division Multiple Access |
| SGSN |
Serving GPRS Support Node |
| S-GW |
Serving Gateway |
| UE |
User Equipment (Endgerät z.B. LTE Router, Smartphone) |
| UMTS |
Universal Mobile Telecommunications System |
| UTRAN |
Universal Terrestrial Radio Access Network |
| VoIP |
Voice over IP |